800 Jahre: Die Godesburg feiert Geburtstag

 

800 Jahre: Die Godesburg feiert Geburtstag

ib - Seit acht Jahrhunderten überragt die Godesburg, genauer ihr 39 Meter hoher Bergfried, das Rheintal, wenn auch nur für kurze Zeit in voller Schönheit - Anlass für zahlreiche Akteure in Bonn-Bad Godesberg, den Burgengeburtstag festlich und fröhlich zu begehen. Das vollständige Festprogramm steht im Internet unter www.bonn.de, Suchbegriff @800-Jahre-Godesburg.

Den Auftakt macht am Samstag, 24. April, die Enthüllung eines Bronzemodells der unzerstörten Godesburg. Die 20 000 Euro teure Initiative des Heimat- und Geschichtsvereins Bad Godesberg fand bei großzügigen Spendern offene Ohren, sodass das von Ernemann und Friedemann Sander angefertigte Kunstwerk rechtzeitig zum Jubiläum im Hof der Festungsanlage aufgestellt werden kann.

Zum großen Burgfest lädt der Verein Bad Godesberg Stadtmarketing am 12. und 13. Juni ein. Im Hof der Godesburg schlagen dann Ritte ihr Lager auf, ein mittelalterlicher Markt und ein Programm auf der Bühne lassen vergangene Zeiten aufleben. Bunt geht es am 12. Juni abends beim Festkapitel des Bündnisses abendländischer Ritterschaft zu, zu dem die Gäste nach Möglichkeit in mittelalterlicher Gewandung erscheinen sollen, um bei der Humpenkreisung angemessen mithalten zu können.

Höhepunkt des Geburtstagsjahres der Godesburg ist ein Festakt am 1. Oktober mit 250 geladenen Gästen auf Einladung des Oberbürgermeisters und der Bezirksbürgermeisterin. Bonns Stadtarchiv Dr. Norbert Schloßmacher hält den Festvortrag.

Im Dezember rundet eine Ausstellung mit Ansichten der Godesburg vom 15. bis 20. Jahrhunderts im Haus an der Redoute ab, die das Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum organisiert. Auch das zum 750. Burgjubiläum erschienene und seit langem vergriffene Buch über die Godesburg soll in aktualisierter Form neu herausgegeben werden. Zur besonderen Würdigung des 800. Geburtstags konnte auch ersten Mal der Rheinische Archivtag nach Bonn geholt werden, er wird am 10./11. Juni in der Stadthalle Bad Godesberg durchgeführt.

Zur Geschichte:

1210 begann der Bau der Godesburg, der Kölner Erzbischof Dietrich I. von Hengebach legte den Grundstein. Die großzügige Festung war bald einer der bevorzugten Sitze der Kölner Kurfürsten. Zerstört wurde die Godesburg 1583 im Truchsessischen Krieg. Erzbischof Gebhard Truchsess zu Waldenburg war zum protestantischen Glauben übergetreten und vom Papst abgesetzt worden. Der Nachfolger Ernst von Bayern versuchte sich mit Hilfe von Truppen Zutritt zu seinem neuen Territorium zu verschaffen. 1500 Pfund Pulver ließen von der Burganlage nur Reste und den Bergfried übrig. 1891 schenkte Kaiser Wilhelm II. die Ruine der Gemeinde Godesberg, die 1896 eine Gaststätte im historisierenden Stil einrichtete. 1960 entstand nach den Plänen von Gottfried Böhm ein Hotel und das heute noch bestehende Restaurant. 2006 sanierte die Stadt Bonn den Bergfried, eine kleine Dauerausstellung informiert über die Geschichte der Burg.

 

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